Zwangsstörungen: Psychotherapie in Paderborn

Zwänge Paderborn

Sie haben den Herd kontrolliert. Dann noch einmal. Auf dem Weg zum Auto kommt der Gedanke zurück, und Sie gehen zurück in die Wohnung. Oder Sie waschen sich die Hände, bis die Haut rissig ist, weil das Gefühl, etwas könnte noch an den Fingern kleben, nicht verschwindet. Vielleicht ist es auch ein Gedanke, der Sie erschreckt: Sie könnten jemandem etwas antun, obwohl Sie das nie wollten. Sie wissen meist selbst, dass die Sorge übertrieben ist. Und trotzdem lässt sie nicht los.

So sieht eine Zwangsstörung im Alltag aus. In meiner Praxis in Paderborn arbeite ich mit Menschen, die unter Zwangsgedanken und Zwangshandlungen leiden, mit Kognitiver Verhaltenstherapie.

Erstgespräch reservieren

Zwangsgedanken und Zwangshandlungen

Zwangsgedanken sind Gedanken, Bilder oder Impulse, die sich aufdrängen und als unangenehm oder bedrohlich erlebt werden. Häufige Inhalte: Verschmutzung und Ansteckung, die Sorge, einen Fehler gemacht oder etwas übersehen zu haben, Gedanken an Gewalt oder Unglück, religiöse oder sexuelle Inhalte, die der eigenen Überzeugung widersprechen. Die Gedanken kommen nicht, weil jemand so ist. Sie kommen gerade, weil der Inhalt der Person zuwider ist.

Zwangshandlungen sind das, was Menschen tun, um die Unruhe loszuwerden. Manche davon sieht man: Kontrollieren, Waschen, Ordnen, Zählen, Wiederholen. Andere laufen im Kopf ab: Gedanken neutralisieren, Gebete, innere Formeln, das Durchgehen einer Situation, bis sie sich „richtig“ anfühlt. Dazu kommen zwei Verhaltensweisen, die oft übersehen werden. Rückversicherung, also das wiederholte Nachfragen bei Angehörigen („Habe ich die Tür wirklich abgeschlossen?“), und Vermeidung: Messer liegen außer Reichweite, öffentliche Toiletten werden nicht benutzt, bestimmte Straßen nicht mehr gefahren.

BeispielEine Frau fährt abends nach Hause und spürt eine kleine Erschütterung am Auto. Der Gedanke: Habe ich jemanden angefahren? Sie fährt die Strecke zurück. Nichts. Zu Hause sucht sie in den Lokalnachrichten nach einem Unfall. Am nächsten Tag fragt sie ihren Mann, ob er am Auto Kratzer gesehen hat. Jede dieser Handlungen beruhigt kurz. Und jede bestätigt dem Gehirn, dass die Gefahr real war. Das Beispiel ist erfunden, der Ablauf nicht.

Warum der Zwang bleibt

Nach einer Kontrolle sinkt die Anspannung. Das ist der Haken. Die Erleichterung wirkt wie eine Belohnung und macht die nächste Kontrolle wahrscheinlicher. Was nie passiert, ist die Erfahrung, dass die Angst auch ohne Ritual abklingt und dass das Befürchtete nicht eintritt.

Hinzu kommen Bewertungen, die die Störung tragen. Dass ein Gedanke schon fast so schlimm sei wie die Tat. Dass man für alles verantwortlich sei, was man hätte verhindern können. Dass Unsicherheit nicht auszuhalten ist. Diese Annahmen sind nicht dumm. Sie sind nur unerbittlich.

Für wen das Angebot passt

Meine Praxis ist eine ambulante Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz. Sie passt, wenn Sie Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen haben, die Zeit kosten, den Alltag einschränken oder Beziehungen belasten, und Sie bereit sind, in wöchentlichen Sitzungen und zwischen den Sitzungen daran zu arbeiten. Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren.

Nicht passend ist das Angebot bei akuter Selbstgefährdung oder wenn eine stationäre Behandlung nötig ist. Dann helfen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 oder im Notfall die 112. Ob neben der Psychotherapie eine ärztliche oder medikamentöse Behandlung sinnvoll ist, klären wir im Verlauf; bei Bedarf empfehle ich eine fachärztliche Abklärung.

Symptom und Ursache

Zwangsrituale sind das Sichtbare. Dahinter stehen Bewertungen und Lebensregeln, die den Zwang überhaupt erst nötig machen: etwa die Überzeugung, für jedes mögliche Unglück verantwortlich zu sein, oder die Regel, dass Unsicherheit nicht ausgehalten werden darf. Mit der problemorientierten kognitiven Psychodiagnostik nach Dr. Harlich H. Stavemann, kurz PKP, erarbeiten wir genau diese Grundlagen. Die Arbeit am Ritual bleibt wichtig. Sie bekommt aber ein Fundament, weil wir zugleich an dem arbeiten, was das Ritual hervorbringt.

Wie ich bei Zwangsstörungen arbeite

Ich bin Heilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, ausgebildet in Integrativer Kognitiver Verhaltenstherapie am IVT Hamburg bei Dr. Harlich H. Stavemann. Die Arbeit läuft in Schritten, die sich an der aktuellen S3-Leitlinie Zwangsstörungen orientieren, in der Kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsmanagement als psychotherapeutisches Verfahren der ersten Wahl beschrieben wird.

  1. VerstehenZuerst erfassen wir genau, wann der Zwang auftritt, welche Gedanken ihn auslösen, welche Befürchtung dahintersteht und was Sie tun, um die Unruhe zu dämpfen. Dafür nutze ich die problemorientierte kognitive Psychodiagnostik. Am Ende haben Sie ein Modell Ihres Zwangs, das Sie selbst nachvollziehen können.
  2. Bewertungen prüfenWir nehmen die Annahmen auseinander, die den Zwang antreiben. Wie wahrscheinlich ist das Befürchtete wirklich? Was bedeutet es, einen unerwünschten Gedanken zu haben? Was wäre, wenn Sie Verantwortung nicht für alles übernehmen müssten?
  3. AusprobierenKognitive Arbeit allein reicht bei Zwängen selten. Deshalb planen wir gemeinsam Übungen, in denen Sie die gefürchtete Situation aufsuchen und auf das Ritual verzichten. Vorbereitet, gestuft, in Ihrem Tempo. Sie entscheiden, womit wir beginnen. Die Übungen laufen in der Praxis und zu Hause.
  4. FestigenZum Schluss geht es darum, mit Rückfällen umzugehen, bevor sie zur alten Routine werden.

Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von Schwere und Dauer der Störung ab. Eine Zahl, die für alle gilt, gibt es nicht.

Das Erstgespräch

Im Erstgespräch schildern Sie, was Sie beschäftigt. Ich frage nach, erkläre, wie ich arbeite, und sage Ihnen, ob mein Angebot zu Ihrem Anliegen passt. Danach entscheiden Sie in Ruhe. Das Erstgespräch dauert etwa 45 Minuten und kostet 50 Euro. Eine Überweisung brauchen Sie nicht. Ausführlich: Was im Erstgespräch passiert

Kosten

Die Praxis ist eine Selbstzahlerpraxis. Eine Therapiesitzung von 60 Minuten kostet 120 Euro, die Videosprechstunde 110 Euro. Private Krankenversicherungen erstatten je nach Tarif; bitte klären Sie das vor Beginn mit Ihrer Versicherung. Gesetzlich Versicherte tragen die Kosten selbst. Alle Gebühren

Häufige Fragen

Muss ich mich meinen Ängsten stellen?

Ja, das gehört zur Behandlung von Zwängen. Aber nicht am ersten Tag und nicht unvorbereitet. Wir planen jede Übung gemeinsam, und Sie bestimmen das Tempo.

Ich habe Zwangsgedanken, aber keine sichtbaren Rituale. Bin ich hier richtig?

Ja. Viele Rituale laufen im Kopf ab. Das ist genauso eine Zwangsstörung.

Helfen Medikamente?

Das ist eine ärztliche Frage. Psychotherapie und Medikation schließen sich nicht aus. Wenn eine Abklärung sinnvoll erscheint, sage ich Ihnen das.

Geht das auch per Video?

Je nach Anliegen ja. Übungen zu Hause lassen sich teilweise sogar gut per Video begleiten. Das besprechen wir im Erstgespräch.

Erstgespräch reservieren

Termine für ein Erstgespräch vergebe ich ausschließlich über die Online-Terminreservierung. Erstgespräch ca. 45 Minuten, 50 €. Eine Überweisung ist nicht erforderlich.

Ralf BaumhöferHeilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie5,0 von 5 · über 700 Bewertungen auf Doctena✓ Verifizierte Buchungen · Stand Oktober 2026

Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz, Ralf Baumhöfer, Friedrichstraße 45, 33102 Paderborn. Telefon Büro 05251 6875433. Gut erreichbar aus Salzkotten, Delbrück, Bad Lippspringe, Hövelhof, Borchen, Altenbeken und Büren.

Weiterlesen

Quelle: DGPPN (Hrsg.), S3-Leitlinie Zwangsstörungen, AWMF-Registernummer 038-017, Revision 2022.

Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik. In akuten Notfällen oder schweren Krisen wählen Sie 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.