Es hat einmal nicht geklappt. Seitdem denken Sie beim Sex vor allem daran, ob es wieder schiefgeht. Sie beobachten sich, Sie prüfen, Sie sind mit dem Kopf überall, nur nicht beim anderen. Und genau dann passiert es. Inzwischen gehen Sie lieber früh ins Bett, damit die Frage gar nicht erst aufkommt.
Bei anderen ist es die Lust, die verschwunden ist, oder es sind Schmerzen, die Nähe schwer machen. In meiner Praxis in Paderborn arbeite ich mit Frauen, Männern und Paaren mit sexuellen Funktionsstörungen, mit Kognitiver Verhaltenstherapie.
Welche Störungen gemeint sind
Zu den sexuellen Funktionsstörungen gehören Erektionsstörungen, ein vorzeitiger oder verzögerter Samenerguss, verminderte Lust, Störungen von Erregung und Orgasmus, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und der Vaginismus, also ein unwillkürliches Verkrampfen der Beckenbodenmuskulatur, das ein Eindringen schmerzhaft oder unmöglich macht.
Körperliche Ursachen sind häufig: Durchblutung, Hormone, Diabetes, Nebenwirkungen von Medikamenten, etwa mancher Antidepressiva. Sie müssen ärztlich abgeklärt sein, urologisch oder gynäkologisch. Psychotherapie ersetzt diese Abklärung nicht. Oft wirken körperliche und seelische Faktoren aber zusammen, und dann reicht die körperliche Seite allein nicht aus.
Warum das Problem bleibt
Die Sexualforscher Masters und Johnson haben schon in den 1970er Jahren beschrieben, was viele Betroffene kennen: Man wird zum Zuschauer der eigenen Sexualität. Statt zu spüren, beobachtet man, ob der Körper funktioniert. Diese Beobachtung erzeugt Anspannung, und Anspannung ist genau das, was Erregung verhindert. Aus einem Mal wird eine Erwartung, aus der Erwartung eine Regel.
Dazu kommt das Schweigen. Viele Paare sprechen nicht über das Problem, aus Scham oder um den anderen zu schonen. Jeder füllt die Lücke mit eigenen Deutungen.
Für wen das Angebot passt
Meine Praxis ist eine ambulante Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz. Das Angebot passt, wenn körperliche Ursachen ärztlich abgeklärt sind oder parallel abgeklärt werden und Sie, allein oder als Paar, an dem Problem arbeiten möchten. Für Erwachsene.
Nicht passend ist das Angebot bei akuter Selbstgefährdung oder wenn eine stationäre Behandlung nötig ist. Dann helfen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 oder im Notfall die 112. Ob neben der Psychotherapie eine ärztliche oder medikamentöse Behandlung sinnvoll ist, klären wir im Verlauf; bei Bedarf empfehle ich eine fachärztliche Abklärung.
Symptom und Ursache
Die Erektion, die ausbleibt, oder die Lust, die fehlt, ist das Sichtbare. Dahinter stehen oft Bewertungen und Lebensregeln, die mit Sexualität zunächst wenig zu tun haben: die Regel, immer funktionieren zu müssen, die Überzeugung, den eigenen Wert über die Befriedigung des anderen zu beweisen, oder alte Scham, die nie ausgesprochen wurde. Mit der problemorientierten kognitiven Psychodiagnostik nach Dr. Harlich H. Stavemann, kurz PKP, erarbeiten wir, welche Annahmen bei Ihnen wirken. Übungen bleiben wichtig. Sie greifen aber besser, wenn klar ist, was die Anspannung immer wieder auslöst.
Wie ich bei sexuellen Funktionsstörungen arbeite
Ich bin Heilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, ausgebildet in Integrativer Kognitiver Verhaltenstherapie am IVT Hamburg bei Dr. Harlich H. Stavemann.
- VerstehenWir klären genau, wann das Problem auftritt, seit wann, in welchen Situationen nicht, und welche Gedanken und Befürchtungen dabei ablaufen. Dafür nutze ich die problemorientierte kognitive Psychodiagnostik.
- WissenViele Annahmen über Sexualität stammen aus Filmen, aus der Jugend oder aus dem Vergleich mit anderen. Wir prüfen, was davon stimmt und was nur Druck macht.
- AusprobierenJe nach Anliegen gibt es Übungen für zu Hause, allein oder als Paar, zum Beispiel das Sensualitätstraining nach Masters und Johnson. Dabei geht es zunächst ausdrücklich nicht um Sex, sondern um Berührung ohne Leistungsziel. Die Übungen finden zu Hause statt, nicht in der Praxis.
- FestigenZum Schluss geht es darum, wie Sie mit einem Rückschlag umgehen, ohne dass daraus wieder eine Regel wird.
Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von Art und Dauer des Problems ab. Eine Zahl, die für alle gilt, gibt es nicht.
Das Erstgespräch
Im Erstgespräch schildern Sie, was Sie beschäftigt. Ich frage nach, erkläre, wie ich arbeite, und sage Ihnen, ob mein Angebot zu Ihrem Anliegen passt. Danach entscheiden Sie in Ruhe. Das Erstgespräch dauert etwa 45 Minuten und kostet 50 Euro. Eine Überweisung brauchen Sie nicht. Ausführlich: Was im Erstgespräch passiert
Kosten
Die Praxis ist eine Selbstzahlerpraxis. Eine Therapiesitzung von 60 Minuten kostet 120 Euro, die Videosprechstunde 110 Euro. Private Krankenversicherungen erstatten je nach Tarif; bitte klären Sie das vor Beginn mit Ihrer Versicherung. Gesetzlich Versicherte tragen die Kosten selbst. Alle Gebühren
Häufige Fragen
Muss mein Partner oder meine Partnerin mitkommen?
Nein. Sie können allein kommen. Wenn es sinnvoll erscheint, kann der Partner später dazukommen.
Muss ich über alles sprechen?
Sie bestimmen, was Sie erzählen. Ich frage nach, aber nichts müssen Sie beantworten. Viele merken nach dem ersten Gespräch, dass es leichter war als gedacht.
Ich nehme Medikamente gegen Erektionsstörungen. Ist das ein Problem?
Nein. Über die Medikation entscheidet Ihr Arzt. Psychotherapie und Medikation schließen sich nicht aus.
Geht das auch per Video?
Je nach Anliegen ja. Gerade beim ersten Gespräch fällt das manchen leichter. Das besprechen wir im Erstgespräch.
Erstgespräch reservieren
Termine für ein Erstgespräch vergebe ich ausschließlich über die Online-Terminreservierung. Erstgespräch ca. 45 Minuten, 50 €. Eine Überweisung ist nicht erforderlich.
Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz, Ralf Baumhöfer, Friedrichstraße 45, 33102 Paderborn. Telefon Büro 05251 6875433. Gut erreichbar aus Salzkotten, Delbrück, Bad Lippspringe, Hövelhof, Borchen, Altenbeken und Büren.
Weiterlesen
Quelle: Masters, W. H. & Johnson, V. E.: Human Sexual Inadequacy. Little, Brown, 1970.
Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik. In akuten Notfällen oder schweren Krisen wählen Sie 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
