Psychosomatische Beschwerden: Psychotherapie in Paderborn

Somatisierungsstörungen Paderborn

Der Rücken schmerzt seit zwei Jahren. Der Magen rebelliert vor jedem wichtigen Termin. Das Herz stolpert, der Kopf dröhnt, die Beine sind schwer. Sie waren beim Hausarzt, beim Orthopäden, beim Kardiologen, vielleicht im MRT. Die Befunde sind unauffällig oder erklären nicht, wie stark Sie leiden. Irgendwann fällt der Satz: „Das ist wohl psychisch.“ Und der klingt, als hätten Sie sich alles eingebildet.

Haben Sie nicht. Die Beschwerden sind echt. Sie tun weh, sie machen Angst, sie kosten Lebensqualität. In meiner Praxis in Paderborn arbeite ich mit Menschen, deren körperliche Beschwerden über das hinausgehen, was ärztlich gefunden wurde.

Erstgespräch reservieren

Was „psychosomatisch“ bedeutet

Körper und Psyche sind kein Gegensatz. Anspannung erhöht die Muskelspannung, Angst beschleunigt den Puls, Dauerstress verändert Verdauung und Schmerzwahrnehmung. Das ist Physiologie, keine Einbildung. In der ICD-11 heißt das Störungsbild „körperliche Belastungsstörung“: anhaltende körperliche Beschwerden, auf die sich Aufmerksamkeit, Sorgen und Verhalten stark richten, mit deutlicher Beeinträchtigung im Alltag. Ob daneben ein organischer Befund vorliegt, spielt für die Diagnose keine Rolle. Das ist ein wichtiger Punkt: Psychosomatisch heißt nicht „ohne Ursache“, sondern „der Umgang mit den Beschwerden ist Teil des Problems geworden“.

BeispielEin Mann Ende vierzig hat nach einer Grippe Herzstolpern. Der Kardiologe findet harmlose Extrasystolen. Der Mann beginnt, seinen Puls zu beobachten, vermeidet Treppen und Sport, liest nachts über Herzkrankheiten und lässt sich dreimal im Jahr untersuchen. Die Untersuchungen beruhigen kurz. Das Stolpern bleibt, weil das Herz nun mal stolpert, und die Angst wächst, weil jedes Stolpern beobachtet wird. Das Beispiel ist erfunden. Der Kreislauf aus Beobachten, Schonen, Rückversichern ist typisch.

Für wen das Angebot passt

Für Menschen mit anhaltenden Schmerzen, Schwindel, Herz- oder Magen-Darm-Beschwerden, Erschöpfung oder Missempfindungen, bei denen eine ärztliche Abklärung erfolgt ist und keine ausreichende Erklärung oder keine weitere Behandlung ergeben hat. Auch dann, wenn eine körperliche Erkrankung besteht, das Leiden daran aber größer ist, als der Befund erklärt. Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren.

Zwei Grenzen. Erstens: Ich stelle keine körperlichen Diagnosen und schließe keine aus. Die ärztliche Abklärung gehört vor die Psychotherapie, und sie bleibt bei Ihrem Arzt. Wenn im Verlauf neue oder veränderte Symptome auftreten, gehören sie zum Arzt, nicht zu mir. Zweitens: Meine Praxis ist eine ambulante Praxis für Psychotherapie, keine psychosomatische Klinik. Bei schwerer Beeinträchtigung kann eine stationäre Behandlung der bessere Weg sein; das sage ich Ihnen dann.

Symptom und Ursache

Die körperlichen Beschwerden sind das Symptom, das Sie herführt. Wir nehmen es ernst und arbeiten daran. Zugleich schauen wir mit der problemorientierten kognitiven Psychodiagnostik nach Dr. Harlich H. Stavemann, kurz PKP, auf das, was die Beschwerden erzeugt und aufrechterhält: Bewertungen von Körpersignalen, Vorstellungen davon, was Gesundheit bedeutet, und oft auch Belastungen, die mit dem Körper zunächst nichts zu tun zu haben scheinen. Die Frage ist nicht nur, wie das Symptom nachlässt. Sie lautet auch, warum es da ist.

Wie ich bei psychosomatischen Beschwerden arbeite

Ich bin ausgebildet in Integrativer Kognitiver Verhaltenstherapie am IVT Hamburg bei Dr. Harlich H. Stavemann. Die Arbeit folgt den Grundsätzen der S3-Leitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden“, die für anhaltende Beschwerden eine psychotherapeutische Mitbehandlung empfiehlt.

  1. Ihre Beschwerden ernst nehmenAm Anfang steht eine genaue Beschreibung: Was tut wann weh, was macht es schlimmer, was besser, was haben Sie bisher versucht. Nichts davon wird wegdiskutiert.
  2. Den Kreislauf verstehenMit der problemorientierten kognitiven Psychodiagnostik erfassen wir, wie Beobachten, Bewerten, Schonen und Rückversichern ineinandergreifen. Viele erkennen hier zum ersten Mal, warum die Beschwerden trotz guter Befunde nicht nachlassen.
  3. Bewertungen prüfen„Herzklopfen heißt Herzinfarkt.“ „Gesund ist nur, wer gar nichts spürt.“ Solche Annahmen treiben die Aufmerksamkeit auf den Körper. Wir prüfen sie an der Wirklichkeit.
  4. Verhalten ändernSchonung abbauen, Belastbarkeit schrittweise aufbauen, Rückversicherung reduzieren, Aufmerksamkeit nach außen lenken. Dazu gehören Übungen zwischen den Sitzungen, abgestimmt auf das, was Ihr Arzt freigegeben hat.
  5. Was dahinterstehtBei manchen zeigen sich im Verlauf Belastungen, die über die Beschwerden hinausgehen: Konflikte, Überforderung, alte Verletzungen. Dann arbeiten wir daran.

Ziel ist nicht, dass Sie nie wieder etwas spüren. Ziel ist, dass die Beschwerden weniger Raum einnehmen und Sie wieder tun, was Ihnen wichtig ist.

Das Erstgespräch

Sie erzählen, was Sie haben und was bisher untersucht wurde. Ich frage nach, erkläre mein Vorgehen und sage Ihnen, ob es zu Ihrem Anliegen passt. Bringen Sie, wenn möglich, Arztbriefe mit. Das Erstgespräch dauert etwa 45 Minuten, kostet 50 Euro, eine Überweisung ist nicht nötig. Was im Erstgespräch passiert

Kosten

Selbstzahlerpraxis. Sitzung 60 Minuten 120 Euro, Videosprechstunde 110 Euro. Private Versicherungen erstatten je nach Tarif. Alle Gebühren

Häufige Fragen

Bedeutet Psychotherapie, dass meine Schmerzen nicht echt sind?

Nein. Schmerz entsteht im Gehirn, unabhängig davon, ob ein Gewebeschaden vorliegt. Er ist immer echt. Psychotherapie setzt an dem an, was ihn verstärkt und aufrechterhält.

Kann ich weiter zum Arzt gehen?

Ja, und Sie sollten es, wenn neue Beschwerden auftreten. Worüber wir reden, ist das Muster häufiger Untersuchungen aus Sorge, nicht die medizinische Versorgung selbst.

Was ist mit Krankheitsangst?

Wenn die Angst vor einer schweren Krankheit im Vordergrund steht und weniger die Beschwerden selbst, lesen Sie die Seite zur Krankheitsangst und Hypochondrie. Die Übergänge sind fließend.

Erstgespräch reservieren

Termine für ein Erstgespräch vergebe ich ausschließlich über die Online-Terminreservierung. Erstgespräch ca. 45 Minuten, 50 €. Eine Überweisung ist nicht erforderlich.

Ralf BaumhöferPsychotherapie in Paderborn5,0 von 5 · über 700 Bewertungen auf Doctena✓ Verifizierte Buchungen · Stand Oktober 2026

Praxis für Psychotherapie, Ralf Baumhöfer, Friedrichstraße 45, 33102 Paderborn. Telefon Büro 05251 6875433. Gut erreichbar aus Salzkotten, Delbrück, Bad Lippspringe, Hövelhof, Borchen, Altenbeken und Büren.

Weiterlesen

Quellen: WHO, ICD-11, 6C20 Körperliche Belastungsstörung. S3-Leitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden“, AWMF-Registernummer 051-001, Stand 2018.

Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik. In akuten Notfällen oder schweren Krisen wählen Sie 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.